„Der Tag davor" – ein Erlebnisbericht

„Buzzing" würde der Amerikaner sagen – summend vor Geschäftigkeit, wie in einem Bienenstock – so geht es an jenem Freitag, den 22. Juni, um zehn Uhr morgens in der Geschäftsstelle des Frankfurter Filmhauses zu. Kaffee, Saft und Brötchen in der Küche, und ein herzlicher Empfang fürs „Freudenhaus"-Team. Freudiges Wiedersehen hier und da, teilweise kennt man sich schon vom Script-Treffen auf der „Werkstatt für junge Filmer"; seitdem sind drei Wochen vergangen. „Ah, Du bist also...." so fangen wiederum andere Gespräche an, zwischen eMail-Bekanntschaften, die jetzt endlich ein Gesicht bekommen. Morgen geht’s richtig los, für heute sind Produktionsbesprechungen und Proben angesetzt. Berndt ist schon unterwegs, um Vera Kluth von der Bahn und Sven Philipp vom Flughafen abzuholen, im dicken BMW, geliehen, wie eigentlich all unser Equipment, für nichts als unseren heißen Dank und das gute Gefühl, „da unterstützen welche den filmischen Nachwuchs doch". Letzte Chance, noch die Location zu wechseln? Veit ist ein wenig enttäuscht, dass keine größere Wohnung zu finden war. Seniorinnen wohnen nun mal nicht in 50 Quadratmeter-Studio-Apartments... Damit auch diejenigen etwas vom Dreh haben, die nicht mehr in das kleine Wohnzimmer passen, wird eine Videoausspiegelung organisiert. Erste kurze Besprechung, Vorstellungsrunde, Bestandsaufnahme, endlich taucht auch das Kamerateam auf, und dann verwandelt sich die brave Schulklasse wieder in den summenden Bienenstock. Patricia verkünstelt sich an den letzten Einstellungen vom Storyboard. Kirsten tigert noch einmal los, um fehlende Requisiten aufzutreiben. Gerrit telefoniert mit den Komparsinnen. Irgendwann tönen blechern aus den Lautsprechern eines Laptops Michaels erste Vorschläge für die Filmmusik. Zwischendrin tauchen auch die angekündigten Journalisten auf. Am späten Nachmittag trudeln die letzten Team-Mitglieder aus Berlin ein, Bastian sogar direkt von der Aufnahmeprüfung zur Filmhochschule. „So zeichnet man doch kein Storyboard... das ist ja kleiner als eine Briefmarke!" – „Also, wenn’s nach mir geht, dann lösen wir diese Stelle anders auf..." – „Haben wir denn jetzt ein Fernglas oder ein Fernrohr?" – „Machen wir hier doch lieber einen Schwenk, das wirkt viel flüssiger..." Spät wird’s, bis achtundzwanzig Kreative mit der Besprechung des Storyboards und den Proben fertig sind.... das Ende einer knapp zweimonatigen Preproduction-Phase. Morgen früh geht’s los. 8 Uhr, Seniorenresidenz Mainpark, aber bitte pünktlich!

Manuela Brunner

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